Expertengespräch mit der Bundeswehr

Russland-Ukraine-Krieg:
Eine Konfliktanalyse von und mit einem Jugendoffizier der Bundeswehr sowie mit Sowi-Kursen der Q1 und Q2

An unserer Schule fand ein Gastvortrag zum Thema „Krieg in der Ukraine: Ursachen, aktuelle Lage und Lösungsansätze“ statt. Stefan Kaiser, ein Jugendoffizier der Bundeswehr, gab uns Schülerinnen und Schülern des Sowi-Q1-Leistungskurses von Herrn Tillmanns und des Sowi-Q2-Grundkurses von Herrn Ohlinger einen Überblick, über den momentanen Krieg in Europa. Das Expertengespräch diente dazu, die politische Bildung zu fördern, indem der Konflikt multiperspektivisch analysiert wurde.

Zum Einstieg machten wir ein kurzes Wissensquiz zur Bundeswehr. Dabei ging es unter anderem, um grundlegende Informationen zur Bundeswehr sowie um den Artikel 5 der NATO, der den Bündnisfall regelt. Anschließend wurden die historischen Hintergründe des Ukrainekriegs erklärt. Im November 2013 fingen die Euromaidan-Proteste an, die eine Annäherung der Ukraine an die Europäische Union forderten. Nach der Flucht des damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch im Februar 2014 eskalierte der Konflikt. Es folgte die Annexion der Krim von Russland und der Beginn der Kämpfe in der Ostukraine, die trotz des Minsker Abkommens von 2015 noch bestehen. Dieses Friedensabkommen sollte den Krieg in der Ostukraine beenden, wurde jedoch seitens Russlands mehrmals gebrochen.

Danach haben wir über die verschiedenen Perspektiven der Länder gesprochen. Russland sieht den Westen zunehmend als Bedrohung und betrachtet die Ukraine als wichtige Pufferzone, zwischen den Nato-Ländern und Russland. Gleichzeitig strebt die Ukraine eine engere Anbindung an die NATO an, was zu weiteren Spannungen geführt hat. Deutschland unterstützt die Ukraine unter anderem durch militärische Hilfe wie Luftverteidigungssysteme und Kampfpanzer.

Im Anschluss haben wir uns mit den aktuellen Entwicklungen befasst und der Wahrnehmung des Krieges in Deutschland, wo, laut einer Studie, viele mit der Angst kämpfen, dass sich Putin nach einem möglichen Sieg in der Ukraine weiter in den Westen vorkämpft. Aus diesem Grund reagiert Deutschland mit einer Reform der Bundeswehr, darunter fällt die Wiedereinführung der Musterung und der geplanten Rückkehr einer Wehrpflicht.

Abschließend wurden verschiedene Lösungs- und Zukunftsszenarien vorgestellt. Dabei ging es um einen möglichen Sieg der Ukraine oder Russlands mit unterschiedlichen politischen Lösungsansätzen, wie beispielsweise einem „eingefrorenen“ Konflikt oder Gebietsabtretungen. Die unterschiedlichen Friedensvorstellungen der Ukraine und Russlands wurden dabei gegenübergestellt. Auf der einen Seite ist die Ukraine, die einen gerechten Frieden und Sicherheitsgarantien haben möchte, während auf der anderen Seite Russland ist, welches ukrainische Gebiete beanspruchen und Zugang zum schwarzen Meer absichern möchte.

Ob wir nun mit einem Frieden im kommenden Jahr rechnen können, ist ungewiss, es wird aber tendenziell als unwahrscheinlich eingeschätzt.
Zum Ende der Veranstaltung hatten die Schülerinnen und Schüler in einer offenen Fragerunde die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich kritisch mit dem Thema, bzw. anderen Außenpolitischen Konflikten auseinanderzusetzen.

[Text: Leona Leimbach, Q2]