Gesamtschule Marienheide vergibt 68 Abiturzeugnisse
Fast bis auf den letzten Platz besetzt war das Pädagogische Zentrum der Gesamtschule Marienheide, als am vorletzten Freitag vor den Sommerferien endlich der Höhepunkt einer 13jährigen Schullaufbahn erfolgte: die Übergabe der Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife. Das PZ war feierlich geschmückt, als die erwachsen gewordenen Schüler*innen bei hochsommerlichen Temperaturen in den Festsaal einzogen.
Abiturientin Michelle Bossauer startete das Programm mit einem beeindruckenden Klavier-Solo und erntete dafür den verdienten Applaus. Schulleiter Christoph Straube eröffnete anschließend den Reigen der Redner und ließ den Blick bis weit in den Beginn der Oberstufen-Ära an der Gesamtschule zurückschweifen. Er gratulierte nämlich an diesem Tag dem 28. Abiturjahrgang, der mit 68 erfolgreichen Abschlüssen einer der zahlenmäßig stärksten ist. 1999 waren es gerade mal 30 Schüler*innen, die ihr Abitur in der Tasche hatten.
Auch Bürgermeister Sebastian Heimes, der das erste Mal sein Grußwort an die stolzen Abiturient*innen richtete, schaute weit zurück: „Hätte mir jemand erzählt, dass ich einmal als Bürgermeister hier oben stehen würde, um zu gratulieren, als ich 2004 an der Gesamtschule Marienheide das Abitur absolvierte…Ich hätte es nicht geglaubt.“
Oberstufenleiter Harry Meißner machte auf einen Mentalitätswechsel bei den jüngeren Generationen aufmerksam. Nach einer Studie des „rheingold“-Instituts für tiefenpsychologische Marktforschung seien die jüngeren Generationen nicht mehr in der Weise bereit, Verantwortung zu übernehmen, wie das die älteren früher getan hätten. Oft schiebe man die Verantwortung lieber anderen zu – und mache die zu Sündenböcken, wenn sie versagten. Meißner ermunterte seine Schüler*innen dazu, dies nicht zu tun. Immerhin haben sie Kompetenzen und Voraussetzungen erworben, um verantwortungsvoll die Zukunft mitzugestalten – für die Gesellschaft und für sich selbst.
Liebevoll, witzig und hochemotional griffen die Jahrgangsleiterinnen Linda Sittler und Andrea Wernke das Abitur-Motto „FerrAbi – 13 Jahre neben der Spur“ auf und spielten die Bildebene des Autorennens und des Bemühens, auf der richtigen Spur zu bleiben, genussvoll aus. „Zwar sind einige Schüler hin und wieder von der Fahrbahn abgekommen, haben jedoch durch geschicktes Fahrmanöver zurück auf die Spur gefunden.“
Den rednerischen Schlusspunkt setzten die Abiturientinnen Naima Gützkow und Lea Erlinghagen. Sie ließen die drei Jahre Oberstufe noch einmal Revue passieren und konnten einige Highlights wie die tolle Kursfahrt nach Berlin nennen.
Am Ende dann die Übergabe der Zeugnisse, besondere Auszeichnungen der fünf Besten durch Bürgermeister Heimes (Lotte Rüßmann, Fynn Langenströr, Lilly Nitz, Arne Schmidt, Louis Gude) sowie weitere Ehrungen für hervorragende Leistungen in Physik (Linus Erdmann), Chemie (Klaas Poggemann) , katholischer Religion (Lajana Potthoff), in Philosophie (Michelle Bossauer) und für ihr Engagement als Schülersprecherin an Annika Herweg.
Durch das Programm moderierten souverän Eileen Evertz und Laura Tietböhl. Für die musikalische Einbettung sorgte – wie immer – spritzig, dynamisch und auf hohem Niveau die Mamba, das Schulorchester unter Leitung von Alexandra Diedrich.
Mit kurzer Unterbrechung ging es fast nahtlos weiter zum großen Abitur-Ball in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth. Dort ließen es sich die Abiturient*innen nicht nehmen, den Dank an ihre Lehrkräfte zurückzugeben. Das festliche Programm ging über in eine rauschende Aftershow-Party.
Von Harry Meißner