Besuch in Polen – aus der Sicht der Gesamtschul-Lehrerinnen Joanna Hinz und Violetta Nickels

Als wir Anfang Juni gemeinsam mit unserer Schülergruppe von Dortmund nach Kattowitz flogen, waren wir – Frau Hinz und Frau Nickels – mindestens genauso aufgeregt wie die Jugendlichen. Alle hatten ihre Austauschpartner bereits im März kennengelernt und wir konnten schon am Flughafen spüren, wie groß die Vorfreude auf das Wiedersehen war. Für uns als begleitende Lehrkräfte ist es jedes Mal etwas Besonderes zu sehen, wie schnell aus ersten Begegnungen echte Freundschaften entstehen.
Die Woche vom 08. bis 12. Juni 2026 war vollgepackt mit Erlebnissen, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden. Ein Programmpunkt, der uns beide besonders beeindruckt hat, war der Besuch der „Fabryka Robotów“. Diese Roboterfabrik ist eigentlich ein riesiges Kunstprojekt: Ein polnischer Künstler baut dort aus alten Maschinenteilen meterhohe Metallfiguren, die teilweise leuchten, sich bewegen oder auf Geräusche reagieren. Unsere Schülerinnen und Schüler waren völlig fasziniert – und wir standen daneben und staunten mindestens genauso.
Ein weiterer Höhepunkt waren die Workshops an der Technischen Universität Opole. Dort konnten die Jugendlichen erleben, welche Herausforderungen Menschen mit Behinderungen im Alltag bewältigen müssen. Mit speziellen Brillen, die das Sichtfeld stark einschränkten, versuchten sie einfache Aufgaben zu lösen – und merkten schnell, wie viel Mut und Orientierungssinn blinde Menschen täglich brauchen. Anschließend erkundeten wir das Universitätsgelände mit verschiedenen Rollstühlen. Bordsteine, Steigungen – plötzlich wurde sichtbar, wie viele Hindernisse im Alltag lauern. Der Abschluss war ein Rollstuhlbasketball Turnier gegen die polnischen Austauschschüler.
Natürlich gab es auch weitere gemeinsame Ausflüge: das märchenhafte Schloss Moszna, die „Schule der Magie“ mit ihren Experimenten und die Wanderung auf die Kopa Biskupia, die uns als Gruppe noch enger zusammengeschweißt hat. Doch so schön all diese Programmpunkte waren – das Herzstück des Austauschs blieb das Leben in den Gastfamilien. Jeden Morgen erzählten uns die Kinder begeistert, was sie erlebt hatten, welche polnischen Gerichte sie probiert hatten und wie herzlich sie aufgenommen wurden.
Der Abschied am Freitag war für uns alle schwer. Es flossen Tränen, Umarmungen wollten kein Ende nehmen, und viele Schülerinnen und Schüler sagten, sie wären gern noch länger geblieben. Für uns als Lehrkräfte war das der schönste Beweis dafür, wie wertvoll dieser Austausch ist. Er schafft Begegnungen, die weit über eine Schulwoche hinausreichen – und Erinnerungen, die bleiben.











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