Am 13.03.26 in der 5. Stunde war es so weit und die Zirkuswoche wurde gemeinsam mit über 120 Artistinnen und Artisten sowie dem Zirkusteam in der Dreifachhalle eingeläutet. Über eine Woche sollte nun der Zirkus im Fokus stehen und mit mehreren Galas am 20.03 und 21.03. vollendet werden. Die Arbeit von der zweimalig in der Woche stattfindenden AG fand nun ihren Höhepunkt.
Eine der Veränderungen in diesem Jahr sollte sein, dass die Galas nicht wie gewohnt in der Jahnhalle stattfinden, sondern in der Dreifachhalle der Gesamtschule. Eine kaputte Ringanlage sorgte dafür, dass gewohnte Routinen verändert und ein komplett neues Konzept mit zwei Bühnen in der Dreifachhalle entworfen werden musste. Doch auch davon ließ sich das Zirkusteam um Renate Waldhorst-Kramer und Barbara Saliu nicht zurückwerfen und so konnte man dank des Technik-Projektkurses von Julian Rittel und Christian Röhrig von der Firma P2R MUSIC (Traversen und Licht) am Montagmorgen eine bzw. zwei Bühnen inklusive eines komplett neuen Manegenteppichs bewundern.
Aufgeteilt in zwei Hallen trainierten die Zirkuskinder fleißig von der ersten bis zur neunten Stunde und wurden dabei heldenhaft unterstützt: Sowohl das Eltern-Team, das sich wie jedes Jahr um die Verpflegung der Kinder kümmerte, als auch der Projektkurs von WALD sorgten dafür, dass die Kinder bei den Choreografien unterstützt, geschminkt und frisiert wurden – sie machten zum Teil sogar mit, ob in der Moderation oder in den Choreografien.
Ein weiteres Novum kam in der Grundschulvorstellung am Freitagvormittag zu Vorschein: Die Zirkus-AG der Heier Grundschule trat mit ihrem eigenen Programmpunkt zu den Songs von „Bibi und Tina“ auf und präsentierte, was sie in Zusammenarbeit mit Artistinnen des Zirkus Traumlands im Laufe des Schuljahres erarbeitet hatte. Vielleicht sehen wir ja die ein oder andere Viertklässlerin im kommenden Schuljahr bei uns in der Zirkus-AG?
Umrahmt von einer Gruppe Artistinnen, die in Form eines szenischen Spiels einen gemeinsamen Fernsehabend darboten, führte uns die Familienvorstellung am Samstagmittag zu verschiedenen Kindheitshelden wie Herkules, den Chipmunks und den Chipettes, König der Löwen, den Schlümpfen und Gargamel und vielen mehr. Gut zweieinhalb Stunden lang verzauberten die Zirkuskinder die gefüllte Zuschauertribüne mit Auftritten mit Einrädern und Kugeln, in der Luft am Trapez, Ring oder Tuch, mit Jonglage- und Clownsnummern und am Boden mit Gruppen- und Partnerakrobatik sowie einer Sprungnummer mit Airtrack und Minitramp.
Die Galas am Freitag- und Samstagabend überboten das Programm der anderen beiden Vorstellungen noch einmal, sowohl in der Anzahl der Programmpunkte als auch in der Komplexität und Varianz. In über 23 verschiedenen Programmpunkten präsentierten die Artistinnen und Artisten den Zuschauern die Helden ihrer Kindheit. Es fiel auf, dass die Kindheitshelden im Publikum in jeder Altersgruppe Anklang fanden und niemand „leer ausging“. Ob James Bond, der vielleicht eher die älteren Zuschauer begeisterte, oder Hannah Montana und die Chipmunks, die die jüngere Generation ansprachen; Helden wie Pipi Langstrumpf oder König der Löwen holten alle gemeinsam ab. Was die Kindheitshelden des Schulleiters Christoph Straube waren, blieb weiterhin im Unklaren, aber aufgefordert durch die Moderatoren Tycho Perder und Isable Merle (Projektkurs, Q1) durfte er sein verborgenes Talent im Hulahoop präsentieren und schuf damit ein unvergessliches Highlight des Abends.
„Unterbrochen“ wurden alle Vorführungen auf zwei Arten: Einerseits flitzten gerne einmal die Schlümpfe, gejagt von Gargarmel, oder Batman und der Joker durch die Manege, andererseits untermalte die Schulband MAMBA unter der Leitung von Alexandra Dietrich sowohl die Umbauphasen als auch eigene Programmpunkte. An dieser Stelle auch noch einmal ein Dankeschön an die MAMBA für ihre überragenden musikalischen Darbietungen.
Die Galas am Abend wurden dieses Jahr mit einem politischen Zeichen geschlossen, das darauf aufmerksam machen sollte, dass es eins gibt, was uns allen mit am wichtigsten sein sollte: Frieden. Mit der musikalischen Unterstützung von John Lennons „Imagine“ und der visuellen Akzentuierung in Form von leuchtenden Luftballons traten zum Schluss fast alle Zirkuskinder noch einmal gemeinsam auf, um ein Zeichen zu setzen. Diese Nummer war wieder mal das Ergebnis des Zirkus Traumland in Person von Renate Waldhorst-Kramer, die nun den Staffelstab an Barbara Saliu weitergibt. Nach knapp 30 Jahren gibt es jetzt eine neue Zirkusleitung. Und nach dem sowohl die helfenden Hände in Form der Mütter und einige ausgewählte Artistinnen und Artisten ein Dankeschön bekamen, wurde Renate gebührend vom Zirkusteam, der Schulleitung in Person von Christoph Straube und der kompletten Zuschauerschaft beklatscht und verabschiedet.
Danke an Renate für über 30 Jahre Zirkus Traumland. Ohne dich wäre der Zirkus nicht das, was er jetzt ist! Renate rief den Zirkus 1996 ins Leben und veränderte und entwickelte ihn immer weiter. Als Musik- und Sportlehrerin ist ihr die Verknüpfung der Künste sehr wichtig und das zeigte sich schon immer in der Qualität und Komplexität der Nummern. Nicht nur beim zweimaligen AG-Training in der Woche unterstützte sie die Artistinnen, sondern auch beim Sondertraining samstags, sodass sich alle weiterentwickeln und ihr neu erworbenes Wissen wieder an die Jüngeren weitergeben konnten. Durch diese Vorgehensweise konnten die Artistinnen in Kleingruppen ihre Nummern mithilfe des Inputs durch Renate gestalten und erproben. Renate hat stets ein Auge für alle Gruppen und sorgt dafür, dass die Gruppen sowohl turnerisch als auch in der Ausführung auf einem sehr hohen Niveau performen, wo ihre Tätigkeit als Punkterichterin im Leistungsturnen auch zu Tragen kommt. Nicht nur ihre über 40 Jahre Erfahrung im Leistungsturnen kommen im Zirkus zum Vorschein, auch die Menge an Kostümen und Requisiten, die sie besitzt und dem Zirkus stets zur Verfügung stellt. In mühevollster Kleinarbeit sorgt sie dafür, dass jedes Kind zum Turnen adäquate Kleidung hat, um sich passend zu präsentieren und passt die Kostüme auch immer an die jeweilige Story der Zirkuswoche an. Renate ist Zirkus Traumland und das sieht ein jeder, der sich eine Vorführung anschaut. Renate lebt und fühlt jeden Auftritt, ob vor, neben oder hinter der Bühne und unterstützt die Artistinnen dabei. Deshalb sind wir sehr dankbar darüber, dass sie uns als ehrenamtliche Trainerin erhalten bleibt. Im Namen aller Zirkuskinder, ob aktueller oder ehemaliger: Dankeschön für drei Jahrzehnte Zirkus Traumland in Form von Renate Waldhorst-Kramer!
(geschrieben von Ann-Kathrin Tropp)