Allgemeine Hochschulreife im 21. Abiturjahrgang

Die Gesamtschule Marienheide überreicht 68 Schülerinnen und Schüler das Abiturzeugnis

Von Harry Meißner

Einige der Kolleginnen und Kollegen konnten sich noch erinnern: 1998, genau vor 20 Jahren, erhielten die ersten Abiturientinnen und Abiturienten der Gesamtschule Marienheide ihr Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife. Ein kleiner Kreis von Schülern, weniger als die Hälfte des diesjährigen Jahrgangs, feierte damals mit Eltern und Freunden den krönenden Abschluss der Schulzeit.
Und heute: Voll besetzt zeigte sich das Pädagogische Zentrum der Gesamtschule zur Abschlussfeier und Zeugnisübergabe des Abiturjahrgangs 2018. 72 Schüler waren vor den Osterferien zugelassen worden, um in Klausuren und mündlichen Prüfungen ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Bis auf vier erreichten alle ihr Ziel und nahmen im Rahmen der Feierstunde ihr Reife-Zeugnis in Empfang. Aber auch diese vier konnten sich freuen; hatten sie doch wenigstens die Fachhochschulreife geschafft und können nun an vielen Fachhochschulen des Landes studieren.
Noch vor wenigen Tagen mussten wichtige Nachprüfungen in Mathe, Deutsch, Englisch, Pädagogik und anderen Fächern absolviert werden – und einige kämpften um die letzten wichtigen Punkte. Dann war es geschafft.

Mit einem musikalischen Klavierbeitrag von Ylva Kramer wurde die Veranstaltung stimmungsvoll eröffnet. Ihr galt der erste, aber nicht letzte Applaus. Weitere Ehrungen folgten am Ende der Zeugnisausgabe. Schulleiter Wolfgang Krug, der vor 20 Jahren bereits die ersten Abiturienten beglückwünschte, freute sich über den großen erfolgreichen Jahrgang und prognostizierte für das nächste Jahr: „Wir werden 2019 den Tausendsten Abiturienten an der Gesamtschule Marienheide verabschieden!“
Bürgermeister Stefan Meisenberg gratulierte im Namen von Rat und Verwaltung und zeichnete am Ende die besonders erfolgreichen Abgänger aus:
Ylva Kramer, Pierre Busch, Mergim Beqiri, Philipp Breier, Julian Gies und Luisa Stickel haben alle die Note EINS vor dem Komma.

Der Oberstufenchor unter Leitung von Maren Bielecke sorgte noch einmal mit zwei professionell klingenden Songs für ein musikalisches Intermezzo. Oberstufenleiter Harry Meißner setzte die Liste der Redner fort und widersprach dem von den Abiturienten selbst gewählten Motto „Lazybones – Faulenzer“. Nein, mit Faulenzen alleine war kein Abitur zu machen. Auch wenn der „Faust“ eine große Herausforderung war, Goethes Drama verlangte schon eine intensive und eindringliche Beschäftigung. Noch einmal dann Ylva Kramer am Klavier zusammen mit Lina Richelshagen, die extra für diesen Nachmittag ein besinnliches Lied komponiert hatte.

Für die Stufe ergriff Mergim Beqiri das Wort und bedankte sich auf ironisch-verspielte Weise für die Unterstützung durch Schule, Lehrer und alle Beteiligten. Die „Sterne sind greifbar“ geworden, drückte er aus. Der Applaus von seinen Mitschülern war ohrenbetäubend.
Ausführlich, sehr persönlich und ergreifend wandte sich schließlich Stufenleiterin Cläre Storp an ihre Truppe, die sie drei Jahre lang intensiv begleitet, beraten und gefördert hatte. Auf Tablet-großen Pappschildern hatte sie sich Fragen und Bemerkungen ihrer Schüler notiert, die in den letzten drei Jahren an sie gerichtet worden waren. Enge Verbundenheit und nicht selbstverständliche Offenheit drückten sich darin aus – und die Beratungslehrerin machte deutlich: Ihr wart eine tolle Truppe!

Zum Schluss der Rednerliste dann noch – unangekündigt – der stellvertretende Schulleiter Christoph Straube. Ihm war es ein Anliegen, gleich eine ganze Familie zu ehren. Mit der Einser-Abiturientin Ylva Kramer verließ das letzte von insgesamt sieben Kindern unsere Schule. Sie alle hatten bei uns gelernt und erfolgreich das Abitur abgelegt. Nun standen sie, zusammen mit ihren Eltern, der Kollegin Renate Waldhorst-Kramer sowie Ratsmitglied und Ehemann Harald Kramer auf der Bühne der Gesamtschule und konnten zu Recht stolz sein. Herr Straube bedankte sich zudem für den seit vielen Jahren geleisteten Einsatz im Zirkusprojekt: „Auch wenn die Kinder nun alle durch sind, hoffen wir, dass ihr weiter macht mit dem Zirkus. Das ist eine so tolle Sache.“ Ein kräftiger Applaus des Publikums unterstrich sein Anliegen.

Endlich konnten auch die Moderatorenteams des Nachmittags, Bianca Burbach und Nathalie Hardt sowie Mergim Beqiri und Lukas Aydin, ihren gelungenen Einsatz beenden. Zusammen mit den anderen Abiturientinnen und Abiturienten konnten sie die Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife aus den Händen von Schulleiter Krug und Bürgermeister Meisenberg entgegen nehmen.

Fast nahtlos, weil die Zeugnisfeier viel länger als geplant gedauert hatte, ging es dann weiter – zum Abitur-Ball in der „Alten Drahtzieherei“ Wipperfürth. Nun konnte ausgelassen geschwoft werden bis in den frühen Morgen.